Seit einigen Wochen beschäftige ich mich mit der Neugestaltung meiner Frontwand zu Hause. Nach 1000 Youtube-DIY Videos und Internetrecherchen inkl. Perplexity habe ich eine einfache und kostengünstige Lösung gefunden. Die künstliche Pflanzenwand.
In meinem Wohnzimmer mit 55m2 habe ich zwei kritische Zonen was Raumakustik betrifft. Die zentrale Frontwand hinter den Lautsprechern und erste Reflexionen von einem Kasten neben dem Hörsitz.
Wie immer wurden von mir ungezählte DIY Berichte und Videos durchsucht. Und für kleine Studios, große HiFi-Zimmer und sogar für die Decke ist da jede Mange zu finden. Ob Diffusor oder Absorber, daran scheiden sich die Geister. Daher zuerst eine kleine Einführung in die Unterschiede.
Absorber schlucken den Schall
Ein guter Absorber schluckt weit mehr auftreffenden Schall als er zurückwirft. Erreicht wird das mit Steinwolle, die gesundheitlich nicht gerade optimal ist. Man kann die Wirkung eines Absorbers grob abschätzen, in dem man aus kurzer Entfernung gegen diese Wand spricht. Klingt das dumpf und leiser wirkt der Absorber gut. Experten schauen sich bei Angeboten die Schallabsorptionskurven an. Ein Wert von 1 bedeutet es wird 100% geschluckt. 0,4 wären demnach nur 40% geschluckt und mehr als die Hälfte kommt retour. Wichtig ist auch natürlich bei welcher Frequenz wieviel geschluckt ( also in Wärme umgewandelt) wird. Das erste Bild zeigt gut, dass der Absorber 20 cm von der Wand entfernt auch bei tieferen Frequenzen wirksam wird, während an der Wand nur oberhalb von 500 Hz absorbiert wird.
Diffusion heißt Zerstreuung und damit nicht mehr ortbar
Harte aber unregelmässige Flächen zertreuen den auftretenden Schall in alle Richtungen. Ein eintreffender Schallimpuls wird also in alle Richtungen verteilt, wie eine Diskokugel einen Scheinwerferstrahl in kleine Pünktchen verteilt im Raum. Viele unterschiedlich hohe Hölzchen in unregelmässiger Anordung bilden einen 2D Diffusor, unterschiedlich angebrachte Leisten teilen nur in 2D auf, also waagrecht oder vertikal.
Die Kombination bringt es
Pflastert man den Raum mit Absorbern voll, wird er dumpf und scheintot. Nimmt man nur Diffusoren, wird sich der Nachhall im Raum kaum ändern. Die berüchtigten Eierkartons haben eine solche Wirkung. Für Studios in denen neutraler Sound abgemischt werden soll, darf man also weder überdämpfen noch zu hallig einrichten. „Live End – Dead End“ ist hier die Devise, bedeutet eher gedämpft hinten und lebendig zwischen den Lautsprechern.
Planung meiner Frontwand
Zwischen den Lautsprechern findet sich bei mir ein abgedeckter TV Schirm. Dahinter plane ich Diffusion, seitlich davon aber zumindest teilabsorbierende Akustikpanele. Nun habe ich aber keine Lust 1000 Holzstücke zu schneiden und auf Platten zu kleben, wie es ein 3D Diffusor braucht. Aber irgendwo in den Tiefen des Youtube-Kanals habe ich einen DIY Meister gesehen, der den mittleren Teil seiner Wand mit Kunstpflanzen gestaltet hat. Das hat gleich mehrere Vorteile. Akustisch ist es ein perfekter Diffusor. Grüne Farbe wirkt beruhigend. Kunstpflanzen sehen heutzutage ziemlich echt aus, stinken auch nicht mehr nach billogem Plastik und müssen weder gegossen werden noch beschnitten.

Auch Reflexionen können von Pflanzen zerstreut werden.
Und damit sollte es sich lohnen, die Türchen meiner Kommode zu „bepflanzen“. Gesagt getan, HORNBACH hat derzeit ein interessantes Programm von Pflanzenwandpanelen in 38x38cm Größe und um sage und schreibe 6 € pro Stück. Ca 8 verschiedene „Muster“ sind verfügbar und können gemischt werden. Auf Plastikgitter montiert sind die Elemente mit kleinen Nägeln leicht zu befestigen,
Das Ergebnis stellt mich mehr als zufrieden

Der erste Versuch also mit einer Kleinen 80 mal 100 cm großen Flache stellt mich akustisch und optisch recht zufrieden. Der Stereo-Klang kommt nun eindeutig von vorne und nicht mehr teilweise von der Seite. Wie schnell das verstaubt, wieviel Swiffer ich monatlich brauche, all das wird die Zeit zeigen. Vorerst aber ermutige ich euch Refelxionen zu Hause mit der grünen Wand zu Leibe zu rücken.



