Wenn die Serie nur halb so gut und anregend wird wie der erste Besuch bei Österreichs langdienendstem Händler Stefan Huber, wird sie sehr gut. Es war Anregend und aufregend.
Ich kenne Stefan Huber seit mehr als 40 Jahren. Deshalb war mein Besuch in der ersten Stunde geprägt von Anekdoten über die 80er Jahre. Was ich nicht wusste ist, dass Stefan Huber Sängerknabe war in seiner Jugend. Und sein erstes Geld als Reiseleiter für amerikanische Touristen verdient hat. Das hat er dann recht bald in eine englische HiFi-Anlage gesteckt, die ihn überwältigt hat. Wenig später wurde er – mittlerweile ausgebildeter Betriebswirt – selber HiFi-Distributor und Händler für Mission, später Cyrus, und Roksan. Die Plattenspieler von Roksan wurden vom selben Herrn entwickelt, der heute hinter Vertere steht, eine der renommiertesten Marken der Branche. Beiden ist man hier treu.
Alle Marken aufzuzählen, die Stefan Huber in Österreich groß gemacht hat, würde hier den Rahmen sprengen. Aber immer ging es um authentischen Sound, nie um reine Technik, auch nicht um übermässiges Zubehör. Obwohl fast alles heute im Geschäft bereit steht, aber eben nur wenn es was bringt für besseren Sound.
Umso gespannter war ich über die aktuellen Empfehlungen bei Downtown HiFi. Lasst uns beginnen mit den Überraschungen:
Teil 1: Anlage für „Low Budget“.


Gleich beim Eingang des Geschäftes steht eine Dreierkombination, die ich als sehr ungewöhnlich empfunden habe. Ein All-In-One Streaming CD Receiver von Advance Paris. Dieses in weiss und schwarz erhältliche nur 27 cm breite Gerät hat mehr Ein- und Ausgänge als die meisten Großgeräte. 3 Analoge Eingänge, einer davon für Plattenspieler, 3 Digitale Eingänge, Pre-Out für externe Endstufen, Subwoofer-Anschluss. Dazu WiFi-Bluetooth Antenne, Ethernet für Verbindung zu externen Musiklaufwerken, Lautsprecheranschluss mit 48/70 Watt Ausgangsleistung. Im Inneren sorgt ein riesiger Ringkerntrafo für solide Stromversorgung . Mit eingebautem CD -Player , Streamingdiensten von Spotify bis Tidal und Qobuz inkl. DLNA , Herz was willst du mehr.
Der Preis !!
Die größte Überraschung kommt zum Schluss: 790.- Euro und er gehört dir, oder mir. Dazu zwei kleine aber unfassbar musikalisch starke Boxen um 350.- Euro und die HiFi-Anlage ist vollständig . Und wie. Niemand kann glauben wieviel Bass aus den Winzlingen kommt. Wunderbare Mitten, breites Klangbild, das würde man nie aus dem Äusseren erwarten. Erster Punkt geht voll an Stefan Huber für diese Empfehlung.
Teil 2 : Auch für besser Verdiener Überraschung


Im „mittleren“ Raum warten zu meiner Verblüffung ebenfalls winzige Lautsprecher auf uns. Einfacher Grund : Die meisten „Nicht-Hifi-Fans“ wollen die Boxen ins Wohnzimmerregal stellen. ProAc bietet mit den DB3 Lautsprechern um 3300.- Euro aussergewöhnlich bassstarke Boxen an, die mit geradezu sagenhafter Bühne und angenehmer Auflösung keinen Wunsch in der Klasse um 10 000 Euro Gesamtpreis offen lassen .
Gespeist werden die Lautsprecher von einem Roksan Streaming Vollverstärker Caspian G4 , der ebenso wie sein Bruder aus Teil 1 alle Stückerl spielt Hier ist zu erwähnen die äusserst ansprechende Form und Farbgestaltung , die aktive Frequenzweiche , mit der man auch den Subwoofer detailiert anpassen kann. Durchgehend symetrisch ausgebaut mit 200 Watt Leistung im 6mm starken Alu-Gehäuse, man sieht schon hier gehts hochklassig zur Sache. Der Streaming-Teil stammt aus dem Hause Bluesound und hat damit mehr Auswahl als wir überhaupt kennen können. Digital-Eingänge schaffen 192 kHz 24 Bit , MQA und DSP inklusive.

Obwohl die Boxen so klein waren und nur 1 Gerät am Werk, war der Klang absolute Hochform in musikalischer Hinsicht. Kaum ein Wunsch bleibt offen, selbst schwierige Chormusik wie zB. „Oh Weisheit“ von Arvo Pärt erfüllt den Rau mit Freude. Selbst ohne Subwoofer, für den man ca 500.- extra auslegen müsste, ist für fette Popmusik genug akustische Kraft in den Bassregionen vorhanden. Der Streaming Amp kostet übrigens 4500.- Euro , damit bleibt Geld für ordentliche Lautsprecherkabel und einen CD Transport übrig in unserer 10000.-Euro Berechnung.
Wer willig ist Standboxen in den Raum zu stellen , kann auch das tun, zB. die hervorragenden Spendor A7.2 , die allerdings dann 4800.- Euro des Budgets verschlingen. Im Großen und Ganzen eine Sache die man unbedingt gehört haben muss in der Schwarzspanierstrasse.
Teil 3 : Jetzt aber bin ich platt
Nach der absolut zufrieden stellenden Wiedergabe in Raum 2 erwarte ich kaum noch eine Steigerung. Und doch sollte es ganz anders kommen .

Überraschung 1: Wir hören einen großen Magnetostaten von Alsyvox aus Italien. Im Unterschied zu den Kondensator-Panelen die zwar transparent bis zum Abwinken spielen können , kann ein Mega-Bändchen richtig Druck machen. Auch ohne zusätzlichen Sub. Spielt aber trotzdem zart und durchsichtig wie ein Klavierstück von Debussy. Ich gebe zu auf Messen schon etwas von Alsyvox gehört zu haben, aber nie begeistert gewesen zu sein. Ganz anders hier, in richtiger Aufstellung. Getrieben – muss man hier sagen – wird die kleinste 1.5m hohe Alsyvox Tintoretto von einem mir bis dahin völlig unbekannten HALCRO Verstärker. „Where Art meets State of the Art“ ist der Wahlspruch seiner Entwickler., Das Beste was man darüber sagen kann ist , er verschwindet völlig aus dem Sinn. Pure Kraft , unverzerrt und voll auflösend , ein feuchter Traum jedes Audiophilen . Allerdings um knapp 90 000.- Euro. Auch die Tintoretto Lautsprecher spielen in dieser Preisklasse.
Aber ich muss sagen , ich habe noch kaum ein solch erfüllendes Musikerlebnis gehört. Zum ersten Mal klingt Mahlers 2. Finale aus dem Film „Maestro“ ungebremst , unverzerrrt und einfach bombastisch gut, es kann gar nicht so dicht werden mit Mega-Orchester und mehreren Chören samt Orgel aller Register und Paukenschlägen, dass diese Anlage ins Schwitzen käme. Euphorie pur. Ich lasse es mir nicht nehmen noch eine Stufe zuzulegen mit Elektrodirt von Subtronics, die lapidar meinen „This one should f… you up“. Und das tut es dann auch. Ohrenbetäubende Wall of Sound, Subbass der die Hosenröhre flattern lässt, und alles mühelos (Ausser für die Nachbarn).
Wer mit seinem Lottogewinn nicht dort gewesen ist , weiss nicht was möglich ist in der HiFi-Welt .

Schlussbemerkungen: Wir haben diesmal keinen Plattenspieler betrieben , weil vor dem Hause gerade eine neue Begegnungszone eingerichtet wurde. Und ein Rüttler und mehrere Steinschneider das Haus gerockt haben. Dass Stefan Huber deshalb alle Plattenteller rausgenommen hat, um Ihre Lager zu schützen, zeigt wie viel der Mann versteht von seiner Sache.
Trotzdem war nicht zu übersehen, dass zB. ein Laufwerk von YUKI aus Japan bereit steht, das alles anders macht als die Konkurrenz und damit fast Vertere ins Schwitzen bringt. Auch ein alter Nakamischi Plattenspieler wäre bereit, von dem es nur mehr ganz wenige gibt weltweit. Und hunderte andere Geräte, über die sich sicher auch lohnt noch zu schreiben. Warum Stefan Huber für Lautsprecher an der Wand plädiert, kaum Netzkabel austauscht und auch sonst ungewöhnliche Präferenzen hat in vieler Hinsicht erfährt man am besten in seinem Shop. Erklärt wird alles absolut schlüssig.
Das der umtriebige HiFi-Guru als „Nebenbeschäftigung“ ein Start-Up unterstützt hat, das mit einer revolutionären Steckdose die nur 20mm tief ist gerade den Weltmarkt erschüttert, wird voraussichtlich noch einmal in diesem Blog extra behandelt .
Diese Woche gehts noch zur Kopfhörerboutique, auch dort erwarte ich Überraschendes. Stay tuned.



